top of page

Merkmale nachhaltiger Unternehmen: Nachhaltig und Sozial von Anfang an

Updated: Jan 3



Was sind die Merkmale eines nachhaltigen Unternehmens? Eine beliebte Frage von Kundinnen und Kunden, die auch uns als wertebasierte Marketingagentur immer wieder beschäftigt. Das Thema Nachhaltigkeit ist allgegenwärtig und so wichtig wie nie. Umso besser, dass sich immer mehr Start-ups mit der Klimakrise und gesellschaftlichen Problemstellungen auseinandersetzen und Social- und Sustainable Enterprises gründen. Dennoch: der Wunsch ein nachhaltiges Unternehmen zu gründen reicht nicht aus, wichtig sind die Prioritäten, die gesetzt und die Entscheidungen, die daraufhin getroffen werden.


In Gesprächen mit unseren Kund:innen geht es immer wieder darum, was zu beachten ist, wenn Du Deine Vision in einem Start-Up verwirklichen und direkt auch nachhaltig agieren möchtest. Was bedeutet das allseits beliebte Wort “Nachhaltigkeit” überhaupt? Welche Merkmale machen ein nachhaltiges Unternehmen aus? Und dann gibt es auch noch den Mythos, dass Nachhaltigkeit, Soziales und Wirtschaft gar nicht zusammenpassen. Dass diese Annahme nicht stimmt, sondern dass sie das Wirtschaften der Zukunft ist, erfährst Du hier ebenso, wie ganz praktische Tipps dazu, wie Du Dein Start-Up von Anfang an auf umwelt- und menschenfreundliche Beine stellst!



Drei Säulen der Nachhaltigkeit, oder: welche Merkmale dein Start-Up benötigt, um wirklich nachhaltig zu sein.

Gleich zu Beginn möchten wir das allseits beliebte und hochfrequentierte Wort “Nachhaltigkeit” einmal auseinandernehmen. Die Frage, was Nachhaltigkeit überhaupt ist, und welche Ebenen diese umfasst, wurde sich nicht nur in der Praxis, sondern auch in der Forschung gestellt. Dabei herausgekommen ist das so genannte “Drei Säulen Modell der Nachhaltigkeit” (Munoz & Cohen, 2018). Dieses Modell bringt Überblick in den Begriffs-Jungle und unterscheidet in:


Ökologische Nachhaltigkeit, soziale Nachhaltigkeit und ökonomische Nachhaltigkeit (https://utopia.de/ratgeber/drei-saeulen-der-nachhaltigkeit-modell/; von Hauff 2021).



Ökologische Nachhaltigkeit

Ökologische Nachhaltigkeit meint das wohl am nahe liegendsten: der ressourcenschonende Umgang mit der Umwelt. Dass wir als Menschheit hier gerade in eine ganz falsche Richtung laufen, ist schnell erkannt. Am 28. Juli war der sogenannte Earth Overshoot Day. An diesem Tag haben wir die Ressourcen, die uns eigentlich jährlich zur Verfügung stehen, schon verbraucht, und leben den Rest des Jahres quasi “Auf Pump” bei unserem Planeten ( https://www.overshootday.org/). Die ökologische Nachhaltigkeit möchte genau das verhindern. Das bedeutet: so wenig Ressourcen wie möglich verbrauchen, am besten keine (von Hauff 2021).



Soziale Nachhaltigkeit

Die soziale Nachhaltigkeit richtet ihren Blick vor allem auf die Menschen. Hierbei geht es genauso um die Vermeidung von Zwangs- und Kinderarbeit wie auch um faire Entlohnung und angemessene Arbeitsbedingungen. Beim Aufbau Deines Start-Ups solltest Du Dir außerdem Gedanken dazu machen, wie Du aktiv der Gender-Pay Gap entgegenwirken kannst und wie Du eine antirassistische, integrative und diverse Unternehmenskultur aufbauen kannst. Neben diesen individuellen Faktoren geht es aber auch um gemeinwohlorientiertes Wirtschaften und ein sich-klarmachen der Verantwortung, die Politik und Wirtschaft im sozialen Bereich tragen (von Hauff 2021).



Ökonomische Nachhaltigkeit

Und wie passt das Ganze jetzt mit ökonomischer Nachhaltigkeit zusammen? Wir leben aktuell in einem Wirtschaftssystem, in dem Gewinnmaximierung an erster Stelle steht. Doch Unternehmen können sich auch dann tragen, wenn Nachhaltigkeit und Soziales eine ebenso große Rolle spielen wie die Wirtschaftlichkeit! Dies bedeutet, im Zweifel das teurere Material zu wählen, wenn dann sichergestellt ist, dass Ressourcen geschont werden.Oder auch eine transparente Gehalts-Kultur aufzubauen und Menschen mit gleicher Qualifikation auch gleich zu entlohnen (von Hauff 2021).


Bei einem tatsächlich nachhaltigen Unternehmen steht nicht die Gewinnmaximierung im Vordergrund. Es geht darum, die Lösung für ein Problem zu bieten und das auf eine Art und Weise, in der sozial gerecht, ressourcenschonend und gleichzeitig so gewirtschaftet wird, dass Mitarbeitende fair entlohnt werden, ohne im unverhältnismäßigen Überfluss zu leben.




Merkmale nachhaltiger Unternehmen: die Umsetzung in Deinem Start-Up

Soweit zur Theorie - doch wie setzt Du die Aspekte in Deinem Start-Up um? Hier kommen die Unternehmensziele ins Spiel, denn letztlich geht es bei der Frage, wie nachhaltig und sozial Dein Start-Up wirklich ist, um Deine, oder Eure, Prioritätensetzung.


Ein wichtiges Merkmal nachhaltiger Unternehmen ist es, dass die oben beschriebenen Säulen der Nachhaltigkeit gleichermaßen in den Unternehmenszielen verankert sind. Vor allem zu Beginn könnte sich der Eindruck einschleichen, dass es noch zu früh ist, sich konkrete Ziele als Start-Up zu stecken, oder im Team (wenn schon vorhanden) gemeinsam das Selbstverständnis des Start-Ups und sowohl langfristige als auch kurzfristige Ziele zu definieren.


In der Praxis zeigt sich jedoch deutlich: wer von Beginn an Rahmenbedingungen und Prioritäten für das gemeinsame Arbeiten schafft, stärkt das Teamgefühl und sorgt dafür, dass alle zielgerichteter arbeiten und sich stärker mit dem Unternehmen identifizieren (Levitt & March, 1988)


Um das Ganze ein bisschen einfacher zu gestalten, haben wir eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Dich, wie Du die Drei Säulen der Nachhaltigkeit in deine Unternehmensziele einbauen kannst:


Diese festgelegten Ziele, können nun als Leitfaden für das Handeln im Unternehmen angewendet werden. Stellt sich zum Beispiel die Frage danach, wie der Wagen ausgestattet werden soll, wird unter den Rahmenbedingungen: Kostendeckung, Klimaneutralität und Regionale Produzierende unterstützen entschieden. Das bedeutet, dass es sich höchstwahrscheinlich um einen E-Truck handelt, bestenfalls aus zweiter Hand, der entweder mit recyceltem Materialien ausgebaut wird, oder mit vor Ort produzierten und Umweltschonenden Materialien.



Ein weiteres Beispiel:

Problem: Gemeinnützige Organisationen haben Schwierigkeiten, die für ihre Projekte passenden Fördermöglichkeiten zu finden und keine Kapazitäten, einen Menschen für diesen Bereich einzustellen


Start-Up Idee: Digitales Tool welches Fördermöglichkeiten sammelt und passende Fördermittelgebende vorschlägt


Ziele Ökologische Nachhaltigkeit:

  • Gemeinnützige Organisationen unterstützen

  • Möglichst Klimaneutral agieren → CO2 Emissionen durch Online-Tool verringern


Ziele Soziale Nachhaltigkeit:

  • Gemeinnützige Organisationen unterstützen

  • Menschen motivieren, gemeinnützig zu agieren

  • Druck auf Institutionen ausüben, um Fördermittellandschaft transparenter zu gestalten


Ziele Ökonomische Nachhaltigkeit:

  • Bis 2023 100 gemeinnützige Organisationen erreichen


Nicht alle Unternehmen bedienen alle drei Säulen der Nachhaltigkeit gleichermaßen. Das liegt daran, dass Start-Ups unterschiedliche Foki haben, und nicht immer miteinander zu vergleichen sind. Dann wird unterschieden in Social Enterprises und Sustainable Enterprises. Bei einem Social Enterprise liegt der Fokus eher auf den Aspekten der Sozialen Nachhaltigkeit (Zahra, Gedajlovic, Neubaum, Shumann; 2009). Bei einem Sustainable Enterprise eher im Bereich ökologischer Nachhaltigkeit (Munoz & Cohen, 2018). Dies bedeutet allerdings nicht, dass diese Start-Ups die jeweils dritte Säule der Nachhaltigkeit nicht mitdenken sollten. Denn alle Unternehmen, unabhängig von Größe, Ort, Produkt oder Dienstleistung, nehmen mit ihrem Handeln Einfluss auf Mensch und Planet.




So leicht geht also Nachhaltigkeit?

Die drei Säulen der Nachhaltigkeit als Merkmale nachhaltiger Unternehmen umzusetzen ist ein guter Start um ressourcenschonend und sozial verantwortungsvoll zu wirtschaften und sich mit gutem Gewissen als nachhaltiges Start-Up bezeichnen zu dürfen. Wenn die Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit allerdings nach der Zielsetzung aufhört, fällt man schnell wieder in alte Muster zurück und wählt den vermeintlich wirtschaftlichsten Weg, anstelle des Weges, der unserer Umwelt zugute kommt.


Aufgrund dessen kann es sinnvoll sein, diese Ziele nicht einfach zu notieren und in der Schublade verschwinden zu lassen. Hängt sie im Büro auf, sprecht im Teammeeting darüber, fragt Euch: Was ist diese Woche passiert, das zu einem dieser Ziele beiträgt? Höchstwahrscheinlich werden sich die Ziele im Laufe der Zeit auch verändern. Vielleicht wird das Produkt oder die Dienstleistung angepasst, oder die Rahmenbedingungen ändern sich. Somit variieren auch die Ziele. Wichtig hier: alle Mitarbeitenden müssen die Ziele mittragen, um auf allen Ebenen dafür zu sorgen, dass Entscheidungen (auch die kleinen) im Sinne der ökologischen, sozialen und ökonomischen Nachhaltigkeit getroffen werden.


Und ein Mut-Macher zum Schluss: Wie nachhaltig agiert wird, entscheidest Du jeden Tag neu. Wahrscheinlich ist zwischendurch eine Entscheidung dabei, die nicht nachhaltig ist, die nicht den Unternehmenszielen entspricht. Das bedeutet nicht, dass Dein Start-Up direkt nicht mehr nachhaltig ist. Es bedeutet, dass Du jeden Tag neu dazu lernst, und beim nächsten Mal eine informierte und nachhaltigere Entscheidung treffen kannst, damit auch Dein Start-Up dazu beiträgt, dass unsere Welt bewohnbar bleibt und Menschen fair behandelt werden.


Quellen:











192 views0 comments
bottom of page